Marktwirkungen „digitalisierter Mobilität“ und damit verbundene Herausforderungen ihrer Regulierung Dr. Jan Werner und Dr. Astrid Karl

Marktwirkungen „digitalisierter Mobilität“ und damit verbundene Herausforderungen ihrer Regulierung

Der Verkehrsmarkt steht vor komplexen Herausforderungen. Gestiegene Anforderungen des Klima , Umwelt- und Gesundheitsschutzes sind zu bewältigen, überlagert noch von industriepolitischen Herausforderungen.

Dr. Jan Werner und Dr. Astrid Karl untersuchen in einem Aufsatz in der Zeitschrift Verkehr und Technik, inwieweit von Anbietern plattformgestützter „digitaler Bedarfsverkehre“ die Bewältigung dieser Anforderungen und Herausforderungen erwartet werden kann. Allygator Shuttle, CleverShuttle oder z. B. MOIA – perspektivisch auch die Anbieter autonom verkehrender Bedarfsflotten – stehen nach eigenem Bekunden für eine klimaneutrale, stadtverträgliche, sichere und allzeit mobile Zukunft.

Nach aktueller Rechtslage sind nach Bedarf disponierte Pkw-Sammelbeförderungsdienste auf Basis digitaler Mobilitätsplattformen nicht regulär genehmigungsfähig. Sie können nur ausnahmsweise auf der Basis von befristeten Experimenten genehmigt werden.

Für die Frage, ob der Rechtsrahmen „entgegenkommender“ gestaltet werden sollte, können insbesondere Erkenntnisse aus den USA herangezogen werden: Gemessen an den selbst propagierten Bewältigungspotenzialen sind die Erkenntnisse eher ernüchternd. Nur unterproportional werden bisherige MIV-Selbstfahrer als Fahrgäste gewonnen. Die neuen Angebote substituieren vielfach Rad- und Fußverkehr sowie den ÖPNV. Auch das Pooling von Fahrgästen ist kaum erfolgreich.

In einer szenarischen Modellierung zeigt sich, dass drei Faktoren für die Erreichung der Klima , Umwelt- und Gesundheitsschutzziele entscheidend sind: ein hoher Besetzungsgrad der Fahrzeuge, eine niedrige Quote betriebsnotwendiger Leerfahrten sowie ein überwiegender Markterfolg der digitalen Bedarfsverkehre bei vormaligen Selbstfahrer des motorisierten Individualverkehrs.

Erforderlich ist ein entsprechendes Monitoring der Markt- und Umweltwirkungen zu erprobender „digitaler Bedarfsverkehre“, um eine fundierte empirische Grundlage sowohl für die anstehenden einzelnen Genehmigungen als auch für die anstehende Regulierungsdiskussion aufzubauen.